Die Haut rund um das Stoma ist jeden Tag im Einsatz – und sie ist empfindlich. Gerötete, nässende oder brennende Haut unter der Versorgung gehört zu den häufigsten Problemen im Stoma-Alltag. Viele Betroffene glauben zunächst, sie machten etwas falsch. Dabei ist wunde Haut meist ein Zeichen dafür, dass an der Versorgung etwas nicht optimal passt – und genau das lässt sich ändern.
Gesunde Haut ist die Grundlage für eine sichere, dichte Versorgung. Ist sie gereizt, hält die Platte schlechter, es kommt leichter zu Undichtigkeiten, und die Reizung verstärkt sich weiter. Dieser Artikel zeigt, warum die Haut rund ums Stoma leidet, wie Sie sie richtig pflegen und wie Sie Problemen vorbeugen.
Wie peristomale Hautprobleme entstehen
Der häufigste Auslöser ist der Kontakt der Haut mit Ausscheidungen. Wenn die Versorgung nicht exakt passt oder undicht wird, gelangt Stuhl auf die Haut und reizt sie – besonders bei einem Ileostoma, dessen Ausscheidung aggressiver ist. Daneben können mechanische Reizung durch zu häufiges Wechseln, Allergien auf Materialien oder Pilz- und Keimbesiedlung die Haut angreifen.
Die richtige Reinigung
Reinigen Sie die Haut rund um das Stoma nur mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch. Seife, Feuchttücher mit Zusätzen, Öle oder Desinfektionsmittel sind nicht nötig und können die Haut zusätzlich reizen oder einen Film hinterlassen, der die Haftung der Platte stört.
Tupfen Sie die Haut anschließend gut trocken, bevor Sie die neue Versorgung aufbringen – feuchte Haut hält die Platte nicht zuverlässig. Haare im Versorgungsbereich schneiden Sie am besten vorsichtig mit einer Schere oder rasieren in Wuchsrichtung, um Reizungen zu vermeiden.
Die Versorgung richtig anpassen
Die häufigste Ursache wunder Haut ist eine zu groß ausgeschnittene Basisplatte. Die Öffnung sollte exakt dem Durchmesser des Stomas entsprechen, damit keine Haut frei liegt. Messen Sie das Stoma regelmäßig nach – gerade in den ersten Wochen verändert es seine Größe, weil die Schwellung zurückgeht.
Bei Unebenheiten, Falten oder Narben in der Haut helfen Hilfsmittel wie Modellierpaste, Ringe oder konvexe Platten, eine dichte, hautschonende Abdichtung zu schaffen. Lassen Sie sich hier von einer Stomatherapeutin oder einem Stomatherapeuten beraten – oft lösen kleine Anpassungen das Problem.
Was gereizter Haut hilft
Ist die Haut bereits wund, braucht sie Schutz und Trockenheit. Ein spezielles Stoma-Hautschutzpuder, dünn aufgetragen und überschüssig abgetupft, bindet Feuchtigkeit auf nässender Haut. Darüber kann ein Hautschutzfilm aufgetragen werden, bevor die Platte wieder aufgebracht wird.
Verzichten Sie auf fettende Cremes im Versorgungsbereich – sie verhindern das Haften. Wechseln Sie die Versorgung in dieser Phase nicht öfter als nötig, damit die Haut zur Ruhe kommt. Mit der richtigen Technik beruhigt sich leicht gereizte Haut meist innerhalb weniger Tage.
So beugen Sie Hautproblemen dauerhaft vor
Eine feste Routine beim Wechsel ist die beste Vorbeugung. Legen Sie sich alle Materialien bereit, arbeiten Sie in Ruhe und wechseln Sie die Versorgung regelmäßig, bevor sie undicht wird – aber auch nicht häufiger als nötig, um die Haut nicht unnötig zu beanspruchen. Ein fester Rhythmus gibt Sicherheit und schützt die Haut.
Achten Sie auf hautfreundliche Materialien. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie ein Produkt nicht vertragen, lassen Sie sich Alternativen zeigen – die Auswahl an Platten, Pasten und Ringen ist groß. Messen Sie das Stoma gerade in den ersten Monaten regelmäßig nach und passen Sie den Ausschnitt an, da sich die Größe verändert.
Nutzen Sie die Begleitung durch eine Stomatherapeutin oder einen Stomatherapeuten aktiv. Diese Fachleute erkennen schnell, woran eine Reizung liegt, und zeigen Ihnen die passende Technik und die richtigen Hilfsmittel. Oft sind es kleine Anpassungen, die den Unterschied zwischen ständig gereizter und dauerhaft gesunder Haut ausmachen.
Wann ärztliche Hilfe nötig ist
Wenn die Haut trotz guter Pflege nicht abheilt, stark nässt, blutet, sich knotig verändert oder wenn sich Bläschen, Pusteln oder ein juckender Ausschlag bilden, sollten Sie eine Stomatherapeutin oder Ihren Arzt hinzuziehen. Dahinter können eine Infektion, eine Allergie oder eine behandlungsbedürftige Hauterkrankung stecken.
Auch wiederkehrende Undichtigkeiten, die Sie allein nicht in den Griff bekommen, sind ein guter Grund für eine fachliche Beratung. Die Stomaversorgung lässt sich fast immer so anpassen, dass die Haut gesund bleibt.
Fazit
Wunde Haut rund ums Stoma ist häufig, aber in den meisten Fällen vermeidbar. Der Schlüssel liegt in einer exakt passenden Versorgung, sanfter Reinigung mit reinem Wasser und gut getrockneter Haut vor jedem Wechsel. Bei Reizungen helfen Hautschutzpuder und -film, und kleine Anpassungen durch eine Stomatherapeutin lösen oft hartnäckige Probleme. Gesunde Haut ist kein Zufall – sie ist das Ergebnis der richtigen Technik.